Kommt ein Bauherr zu einem Architekten und sagt:“Guten Tag Herr Archi, ich möchte gern ein neues Headquater bauen. Soll ein ziemlicher Klotz werden und natürlich mein Image aufpolieren.“ Da antwortet der Architekt:“Sicher Herr Bau. Das ist doch kein Problem.“ Nach einer Weile treffen sich beide wieder und der Bauherr ist begeistert von den Entwürfen des Architekten. Freude auf beiden Seiten. Der Plan steht.
Eigentlich ist hier nur die Vision visualisiert. Ein wenig Kunst, ein wenig Futurismus, ein wenig Nachhaltigkeit. Die perfekte Hülle. Der Mensch ist visuell sehr leicht zu beeindrucken. Sieht schön aus, kostet viel und wird schon seinen Zweck erfüllen. Aber tut es das? Wer das Leid dieser Entscheidungen zu tragen hat sind im Endeffekt die Nutzer. Sie sind umgeben von unbrauchbarer Schönheit. Zu warm, zu kalt, zu eng, zu dunkel, zu hell, zu laut, zu unpraktisch, zu unbehaglich.
Dieses Designdrama beginnt schon beim ersten Zusammentreffen der Planungsgewalten. Vorstellungen treffen Richtlinien. Richtlinien treffen Innenleben. Innenleben trifft Nutzer. Dass ein Gebäude eben nicht nur unter dem äußeren Deckmantel „schön“ oder „wow“ seine Daseinsberechtigung hat sondern vor allem deshalb weil es dem Inhalt nutzen soll wird oftmals vergessen. Wie jetzt? Produktivität steigern, Flächeneffizienz, Flexibilität? Und dann soll es auch noch sicher sein? Man, das sind aber ganz schöne Aufgaben die da gestellt werden.
Geschehen- und das nicht zum ersten Mal- im Flughafen Berlin. Mit verschobenen Eröffnungen, Gerichtsverfahren, Sicherheitsmängeln und Planungsfehlern wird die Liste immer länger. Und leider ist dieses Megaprojekt kein Einzelfall. Es fängt schon bei der Holzhütte an und endet beim Bahnhof. Nur wie soll man das alles verhindern? Die Bauaufgabe ist doch schon komplex genug. Vielleicht sollte man sich der Mittel bedienen die man hat und eben nicht das Rad immer wieder neu erfinden. Es wird rund bleiben. Genauso wie eine Immobilie immer ein Unikat bleiben wird. Integrales Planen nennt sich der Lösungsvorschlag. Hierbei wird nicht das Konzept desjenigen umgesetzt der am lautesten nach seinem gelben Bauklotz schreit, wenn der Bauherr einen blauen haben will. Die Farblehre zeigt: Mische gelb (Planer) und blau (Architekt) dann entsteht grün. Und das genau GRÜN und nicht ein gelbstichiges blau rauskommt ist Aufgabe des Bauherrn. Seine Ziele sind als GRÜN und nichts anderes als GRÜN zu definieren.
Plan mir einen Plan mit nur BLAU oder nur GELB geht eben nicht. Und zum „Pläne planen“ gehört nicht nur schön und praktisch sondern eben auch sicher, zum wohlfühlen und damit die Fähigkeit, dass Mensch und Gebäude nicht nur befähigt werden zusammen zu funktionieren sondern es auch tun. Vielleicht sollte sich das Thema Green Building auch mal aufgrund seiner Farbe damit auseinandersetzen.
Bunte Grüße,
Ihre angehende Facility Managerin
Juliane Schmidt


