Montag, 30. Juli 2012

Plan mir einen Plan

Kommt ein Bauherr zu einem Architekten und sagt:“Guten Tag Herr Archi, ich möchte gern ein neues Headquater bauen. Soll ein ziemlicher Klotz werden und natürlich mein Image aufpolieren.“ Da antwortet der Architekt:“Sicher Herr Bau. Das ist doch kein Problem.“ Nach einer Weile treffen sich beide wieder und der Bauherr ist begeistert von den Entwürfen des Architekten. Freude auf beiden Seiten. Der Plan steht.
Eigentlich ist hier nur die Vision visualisiert. Ein wenig Kunst, ein wenig Futurismus, ein wenig Nachhaltigkeit. Die perfekte Hülle. Der Mensch ist visuell sehr leicht zu beeindrucken. Sieht schön aus, kostet viel und wird schon seinen Zweck erfüllen. Aber tut es das? Wer das Leid dieser Entscheidungen zu tragen hat sind im Endeffekt die Nutzer. Sie sind umgeben von unbrauchbarer Schönheit. Zu warm, zu kalt, zu eng, zu dunkel, zu hell, zu laut, zu unpraktisch, zu unbehaglich.
Dieses Designdrama beginnt schon beim ersten Zusammentreffen der Planungsgewalten. Vorstellungen treffen Richtlinien. Richtlinien treffen Innenleben. Innenleben trifft Nutzer. Dass ein Gebäude eben nicht nur unter dem äußeren Deckmantel „schön“ oder „wow“ seine Daseinsberechtigung hat sondern vor allem deshalb weil es dem Inhalt nutzen soll wird oftmals vergessen. Wie jetzt? Produktivität steigern, Flächeneffizienz, Flexibilität? Und dann soll es auch noch sicher sein? Man, das sind aber ganz schöne Aufgaben die da gestellt werden.
Geschehen- und das nicht zum ersten Mal- im Flughafen Berlin. Mit verschobenen Eröffnungen, Gerichtsverfahren, Sicherheitsmängeln und Planungsfehlern wird die Liste immer länger. Und leider ist dieses Megaprojekt kein Einzelfall. Es fängt schon bei der Holzhütte an und endet beim Bahnhof. Nur wie soll man das alles verhindern? Die Bauaufgabe ist doch schon komplex genug. Vielleicht sollte man sich der Mittel bedienen die man hat und eben nicht das Rad immer wieder neu erfinden. Es wird rund bleiben. Genauso wie eine Immobilie immer ein Unikat bleiben wird. Integrales Planen nennt sich der Lösungsvorschlag. Hierbei wird nicht das Konzept desjenigen umgesetzt der am lautesten nach seinem gelben Bauklotz schreit, wenn der Bauherr einen blauen haben will. Die Farblehre zeigt: Mische gelb (Planer) und blau (Architekt) dann entsteht grün. Und das genau GRÜN und nicht ein gelbstichiges blau rauskommt ist Aufgabe des Bauherrn. Seine Ziele sind als GRÜN und nichts anderes als GRÜN zu definieren.
Plan mir einen Plan mit nur BLAU oder nur GELB geht eben nicht. Und zum „Pläne planen“ gehört nicht nur schön und praktisch sondern eben auch sicher, zum wohlfühlen und damit die Fähigkeit, dass Mensch und Gebäude nicht nur befähigt werden zusammen zu funktionieren sondern es auch tun. Vielleicht sollte sich das Thema Green Building auch mal aufgrund seiner Farbe damit auseinandersetzen.
Bunte Grüße,
Ihre angehende Facility Managerin
Juliane Schmidt

Montag, 9. Juli 2012

Die Relevanz der Farbe Grün und die Rettung der Welt

                                                       Bildquelle: http://www.123rf.com/


Es gab eine Zeit in der kam diese Gedankenübertragung der Nachhaltigkeit auf ein Gebäude mit einer Frische daher und versprach so viele Möglichkeiten und Alternativen zu unserer bisherigen Ressourcenverschwendung. Die Medizin sagt, dass Grün- Herz und Nieren ausbalanciert. Das wäre dann in unserem Falle die Energie für den Betrieb und die Hülle für den Schutz. Doch wie beweist man diese Balance? Die Lösung schien einfach. Es etablierten sich Zertifizierungssysteme. Der Beweis für unser Umweltbewusstsein, unsere Nachhaltigkeit, unsere Achtung und Schutzversuche für die uns umgebenden ökologischen Zyklen. Wo das Problem ist?
Die unglaubliche Geschäftemacherei, die der negativen Definition der Farbe alle Ehre macht. Dämonisch schnell verbreitete sich die Kunde über die Millionen die mit dieser Farbe zu verdienen sind. Heute ist der Wald aus vielen grünen Beweisschildern mehr als unübersichtlich. In jedem Land versucht man die Welt zu retten. An eine Rodung und somit an eine Etablierung eines einheitlichen Systems ist nicht zu denken. Verständlich, wenn man bedenkt, dass die klimatischen Bedingungen weltweit nicht die Gleichen sind. Dennoch wäre ein territorial eingeschränktes System wohl angebracht. Doch auch unser ökologisch, naives Grün bekommt Konkurrenz.
Kaum zu glauben, dass Blau ihm den Rang ablaufen kann. Das mutige, freundliche und sportliche Blau. Plötzlich sind nicht mehr nur Herz und Nieren sondern auch das Blut wichtig geworden. Der Mensch steht hier im Mittelpunkt. Ganzheitliche Betrachtung nennt sich das dann. Aha, so ist das also. Hat schon mal jemand daran gedacht, dass Blau auch für „Lüge“ steht? Ich möchte hier niemandem etwas unterstellen und meine Überzeugung, dass Nachhaltigkeit schon immer in der menschlichen Natur lag, ist hier wieder einmal aufzugreifen. Ob Grün und Blau geärgert oder auf der Rosa Wolke schwebend. Ganz egal, ich bin mal eben die Welt retten! Ein gutes Gefühl.
Ihre angehende Facility Managerin

Juliane Schmidt

Das Wesen der Hausmeisterei

                                                       Bildquelle: http://www.google.com/                                                          
Jedes Mal wenn ich irgendwo bin werde ich gefragt was ich so tu. Ich bin Student. Das allein ist ja schon oft ein Ausdruck der belächelt wird. Die Frage nach dem „was“ beantworte ich meistens mit „Hausmeister und Immobilienmakler“. Die überwiegende Reaktion ist Gelächter. Erklären Sie mal jemandem der in diesem Bereich nicht zu Hause ist was an Ihrem Klingelschild steht und was sich hinter dieser Tür abspielt. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass in den letzten Jahren jeder Hausmeisterdienst das Label „Facility Management“ trägt. Ob das nun als Vor- oder Nachteil zu betrachten ist sei mal dahingestellt. Es wird über uns gesprochen.
Wir, die ewig unterschätzen die alles daran setzen das unaufhaltsame zu bekämpfen. Was ich meine? Den Verfall! Facility Management ist das Aufhalten von innerem und äußerem Verfall. Der bezieht sich nicht unweigerlich nur auf das Gebäude sondern ja nun mal auch auf Strukturen innerhalb eines Unternehmens. Das wissen wir dank zahlreichen Definitionen, dank den drei Bereichen des FM und den fundierten wenn auch veralteten Büchern zu unserem Thema. Die Komplexität wächst. Im Ende können wir alles. Nur wie sinnvoll ist alles? Wir reden hier über Energie Contracting, Sicherheitsdienste, Instandhaltungen. Das ist ein breites Feld.
Ein Feld auf dem jeder eine Schlacht gewinnen will. Am besten nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten. Nachhaltig eben. Alles soll nach uns also auch noch halten. Aber eigentlich passt das so gar nicht zu unserer Gesellschaft, oder? Der Mensch strebte schon immer nach dem Neuen, nach dem Unerreichbaren. Das liegt in unserer Natur. Doch wollten wir schon immer etwas schaffen was unserer Nachwelt erhalten bleibt. Und da muss eben einer dafür sorgen, dass es nicht rein regnet, dass alles ansehnlich bleibt. Ach ja und ich trage täglich auch meinen Teil dazu bei. In diesem Sinne: „ I kehr for you!“
Ihre angehende Facility Managerin
Juliane Schmidt